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Existenzgründung · Businessplan

Liquiditätsplan: Reicht das Geld in jedem Monat?

Ein Liquiditätsplan zeigt Monat für Monat, wann Geld auf Ihr Konto kommt und wann es abfließt. So sehen Sie frühzeitig, ob Ihr Kontostand in der Anlaufphase ins Minus rutscht, auch wenn Ihr Vorhaben auf das Jahr gesehen rentabel ist.

Stand: November 20265 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Liquiditätsplan zeigt für jeden einzelnen Monat, ob genug Geld auf dem Konto ist.
  • Entscheidend ist, wann Geld tatsächlich eingeht, nicht wann die Rechnung geschrieben wird.
  • Planen Sie mindestens zwölf Monate, inklusive Privatentnahme, Kreditraten, Versicherungen und Steuerzahlungen.
  • Kritisch sind meist die Monate drei bis sechs: Die Kosten laufen schon, die Umsätze noch nicht.
  • Ein rentabler Betrieb kann trotzdem zahlungsunfähig werden. Deshalb prüfen Banken diesen Plan besonders genau.

Interaktiver Liquiditätsrechner

Wo liegt Ihr tiefster Kontostand?

Stellen Sie Ihre Zahlen ein. Das Diagramm zeigt Ihren Kontostand am Ende jedes Monats im ersten Jahr.

10.000 €
6.000 €
Material- und Wareneinsatz rechnet der Rechner pauschal mit 30 % vom Umsatz.
6 Monate
2.000 €
Miete, Versicherungen, Kreditraten, Telefon, Marketing und Ähnliches
1.800 €
Was Sie zum Leben brauchen, inklusive Krankenversicherung
Wann zahlen Ihre Kunden?
Kontostand am MonatsendeMonate 1 bis 12 nach dem Start

Liquiditätslücke in Monat 6

Ihr Konto rutscht bis auf -4.100 €. Sie bräuchten also mindestens 4.100 € zusätzlich, besser mit Reserve. Prüfen Sie Startkapital, Kosten und Zahlungsziele.

Wir rechnen Ihren Liquiditätsplan gern mit Ihnen durch.Erstgespräch anfragen

Vereinfachtes Modell zur Orientierung: Der Umsatz steigt gleichmäßig bis zum Zielwert, Steuern, Investitionen und saisonale Schwankungen sind nicht enthalten. Ersetzt keinen vollständigen Liquiditätsplan und keine Steuerberatung.

Was ist ein Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan ist der Teil Ihres Finanzplans, der zeigt, ob in jedem einzelnen Monat genug Geld auf dem Konto ist. Er stellt alle Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber, und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem das Geld tatsächlich fließt.

Damit unterscheidet er sich von der Rentabilitätsvorschau. Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob Ihr Unternehmen über das Jahr Gewinn erwirtschaftet. Der Liquiditätsplan zeigt, ob Sie in jedem Monat zahlungsfähig bleiben. Beides kann auseinanderlaufen: Ein rentabler Betrieb kann zahlungsunfähig werden, wenn Kunden spät zahlen, während Miete und Kreditrate pünktlich fällig sind.

Was in den Liquiditätsplan gehört

Einzahlungen

  • Zahlungseingänge Ihrer Kunden, zu dem Monat, in dem das Geld auf dem Konto ist
  • Eigenkapital, das Sie einbringen
  • Kredite und Fördermittel, zum Zeitpunkt der Auszahlung

Auszahlungen

  • Investitionen, etwa für Ausstattung, Fahrzeug oder Umbau
  • Material- und Wareneinkauf
  • Miete, Personal, Versicherungen, Marketing und sonstige laufende Kosten
  • Kreditraten mit Zins und Tilgung
  • Steuerzahlungen, zum Beispiel Umsatzsteuer und Vorauszahlungen
  • Ihre Privatentnahme für den Lebensunterhalt

So erstellen Sie Ihren Liquiditätsplan

  1. Zeitraum festlegen. Planen Sie mindestens zwölf Monate, Monat für Monat.
  2. Mit dem Startguthaben beginnen. Das ist Ihr Kontostand am ersten Tag.
  3. Einzahlungen realistisch ansetzen. Leiten Sie den Umsatz aus Kundenzahl, Preis und Häufigkeit her und berücksichtigen Sie, wie spät Ihre Kunden zahlen.
  4. Alle Auszahlungen erfassen. Vergessen Sie Ihren eigenen Lebensunterhalt nicht. Er fehlt in erstaunlich vielen Planungen.
  5. Kontostand fortschreiben. Startguthaben plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Kontostand am Monatsende, der zugleich der Anfangsbestand des nächsten Monats ist.
  6. Den tiefsten Punkt suchen. In welchem Monat ist der Kontostand am niedrigsten? Dort muss Ihre Finanzierung reichen, mit Reserve.

Die typischen Fehler

  • Nur die Investitionen geplant, nicht die Anlaufphase. Gerade in den Monaten drei bis sechs ist der Kontostand meist am niedrigsten.
  • Umsatz ab dem ersten Monat in voller Höhe. Kunden kommen nach und nach, und sie zahlen oft erst Wochen nach der Rechnung.
  • Privatentnahme vergessen. Wer privat nicht über die Runden kommt, greift ins Betriebskonto.
  • Keine Reserve. Planen Sie einen Puffer für Unvorhergesehenes ein. Im Kapitalbedarfsplan sind etwa zehn Prozent ein guter Richtwert.

Wie wir Sie unterstützen

Unsere Beraterinnen und Berater haben selbst Unternehmen geführt und kennen die Anlaufphase aus eigener Erfahrung. Wir gehen Ihren Liquiditätsplan mit Ihnen durch, hinterfragen Annahmen und zeigen, wo eine Lücke entstehen kann, bevor die Bank sie findet. Eine Vorlage für den Zahlenteil finden Sie in unseren kostenfreien Businessplan-Vorlagen. Worauf Kreditgeber achten, lesen Sie in unserem Beitrag Businessplan für die Bank.

Fragen zu Steuerzahlungen und Vorauszahlungen klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und Rentabilitätsvorschau?

Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob Ihr Unternehmen über das Jahr Gewinn erwirtschaftet. Der Liquiditätsplan zeigt, ob in jedem einzelnen Monat genug Geld auf dem Konto ist. Banken brauchen beide Pläne.

Für welchen Zeitraum sollte ich die Liquidität planen?

Mindestens für die ersten zwölf Monate, Monat für Monat. Für die Folgejahre reicht in der Regel eine gröbere Planung.

Warum ist die Anlaufphase so kritisch?

In den ersten Monaten laufen Kosten und Privatentnahme bereits voll, während die Umsätze erst langsam steigen und Kunden oft später zahlen. Deshalb ist der Kontostand meist in den Monaten drei bis sechs am niedrigsten.

Gehört mein Lebensunterhalt in den Liquiditätsplan?

Ja. Ihre Privatentnahme ist eine Auszahlung wie jede andere. Ohne sie wirkt der Plan besser, als er ist.

Was mache ich, wenn mein Plan eine Lücke zeigt?

Das ist ein wertvolles Ergebnis, denn Sie sehen es vor dem Start. Mögliche Stellschrauben sind mehr Startkapital, niedrigere Anlaufkosten, kürzere Zahlungsziele oder ein späterer Start bestimmter Ausgaben. Wir besprechen das gern mit Ihnen.

Wie unterstützen mich die Wirtschaftssenioren NRW?

Wir rechnen Ihren Liquiditäts- und Finanzplan mit Ihnen durch und bereiten Sie auf das Bankgespräch vor. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

Quellen und Stand (November 2026): Beratungspraxis der Wirtschaftssenioren NRW; Inhalte abgestimmt mit unserem Beitrag „Businessplan für die Bank“.