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Existenzgründung | Finanzierung

Wie schreibe ich einen Businessplan, der bei der Bank durchgeht?

Ein Businessplan ist für die Bank kein Prospekt Ihrer Idee, sondern eine Risikoprüfung. Wer weiß, welche drei Fragen jeder Kreditentscheider stellt und wie die vier Finanzpläne zusammenhängen, erhöht seine Chancen erheblich. Auf dieser Seite erklären erfahrene Unternehmer, worauf es ankommt – und Sie können Ihren Plan direkt selbst prüfen.

Die kurze Antwort

Banken finanzieren keine Zuversicht. Sie finanzieren nachvollziehbare Annahmen. Ein Businessplan geht bei der Bank durch, wenn er drei Dinge leistet: Er zeigt den Rechenweg hinter jeder Umsatzzahl, er beweist, dass Sie in den ersten Monaten liquide bleiben – einschließlich Ihres eigenen Lebensunterhalts –, und er rechnet den schlechteren Fall offen durch, statt ihn zu verschweigen.
Alles andere – Marktanalyse, Marketing, Rechtsform, Lebenslauf – ist wichtig, aber es dient nur einem Zweck: die Zahlen im Finanzteil glaubwürdig zu machen. Der Kreditentscheider liest den Plan von hinten.
Frage 1

Wovon leben Sie im vierten Monat?

Der Unternehmerlohn fehlt in erstaunlich vielen Planungen. Für die Bank ist das ein Risikofaktor: Wer privat nicht über die Runden kommt, greift ins Betriebskonto.
Frage 2

Wie kommen Sie auf diesen Umsatz?

Eine Zahl allein reicht nicht. Erwartet wird der Rechenweg: wie viele Kunden, zu welchem Preis, wie oft – und woher diese Annahmen stammen.
Frage 3

Was passiert, wenn es schlechter läuft?

Niemand erwartet Pessimismus. Erwartet wird, dass Sie den schlechteren Fall durchgerechnet haben – und wissen, welche Kosten Sie dann kürzen und welche Sicherheiten Sie bieten.
Interaktiv: Der Businessplan aus Bankensicht

Neun Kapitel – und wie viel Gewicht die Bank jedem gibt

Klicken Sie ein Kapitel an. Der Balken zeigt, wie stark es in die Kreditentscheidung einfließt. Rechts sehen Sie, was hineingehört, worauf der Prüfer achtet und welcher Fehler dort am häufigsten passiert.

Gewicht für die Kreditentscheidung

Zusammenfassung

sehr wichtig
Empfohlener Umfang1 Seite, ganz am Anfang
Das gehört hinein
Wer gründet was, für wen, mit welchem Kapitalbedarf, welcher Finanzierung und welchem erwarteten Ergebnis im dritten Jahr – auf einer Seite.
Darauf achtet die Bank
Ob in fünf Minuten klar wird, worum es geht und ob die Zahlen plausibel wirken. Diese Seite entscheidet, ob der Rest überhaupt gelesen wird.
Häufigster Fehler
Eine Werbeseite für die Idee statt einer Zusammenfassung mit Zahlen. Kapitalbedarf, Eigenkapital und Kreditwunsch fehlen häufig komplett.

Der Finanzteil: vier Pläne, ein Zusammenhang

Der Finanzteil ist der Ort, an dem Kreditentscheidungen fallen. Er besteht aus vier Plänen, die aufeinander aufbauen. Passen sie nicht zusammen, merkt die Bank das sofort – meist schneller als der Gründer selbst.
1 | Kapitalbedarfsplan

Wie viel Geld brauchen Sie insgesamt?

  • Investitionen: Maschinen, Fahrzeuge, Ausstattung, Umbau, Kaution
  • Gründungskosten: Notar, Beratung, Genehmigungen, Erstausstattung
  • Anlaufkosten: laufende Kosten und Unternehmerlohn, bis der Umsatz sie trägt
  • Reserve: rund zehn Prozent für Unvorhergesehenes
Der häufigste Fehler: Nur die Investitionen werden geplant, die Anlaufphase nicht. Genau dort entstehen die Liquiditätslücken, an denen junge Betriebe scheitern.
2 | Finanzierungsplan

Woher kommt das Geld?

  • Eigenkapital: Ersparnisse, Sacheinlagen, Mittel aus dem Familienkreis
  • Fremdkapital: Hausbankkredit, Förderkredite von KfW und NRW.BANK, Bürgschaften
  • Sicherheiten: was Sie der Bank im Ernstfall anbieten können
Beide Seiten müssen exakt gleich groß sein: Kapitalbedarf gleich Finanzierung. Banken erwarten in der Regel einen spürbaren Eigenanteil – wer nichts Eigenes riskiert, überzeugt selten.
3 | Liquiditätsplan

Reicht das Geld in jedem einzelnen Monat?

  • Zeitraum: mindestens zwölf Monate, Monat für Monat
  • Einzahlungen: wann das Geld tatsächlich auf dem Konto ist, nicht wann die Rechnung geschrieben wird
  • Auszahlungen: inklusive Umsatzsteuer, Kreditraten, Versicherungen, Privatentnahme
Ein Betrieb kann rentabel sein und trotzdem zahlungsunfähig werden. Deshalb prüft die Bank vor allem die Monate drei bis sechs – dort ist der Kontostand meist am niedrigsten.
4 | Rentabilitätsvorschau

Lohnt sich das Vorhaben auf Dauer?

  • Zeitraum: drei Jahre, das erste Jahr am besten monatlich
  • Umsatz: hergeleitet aus Kundenzahl, Preis und Häufigkeit – nie als runde Zahl
  • Kosten: Material, Personal mit Nebenkosten, Miete, Marketing, Abschreibungen, Zinsen
Entscheidend ist die Kapitaldienstfähigkeit: Bleibt nach allen Kosten und dem Unternehmerlohn genug übrig, um Zins und Tilgung zu bedienen? Wenn nicht, ist der Kredit zu hoch oder das Vorhaben noch nicht reif.
Schaubild: Kapitalbedarfsplan und Finanzierungsplan müssen sich decken und speisen Liquiditätsplan mit kritischer Zone in Monat 3 bis 6 sowie Rentabilitätsvorschau über drei Jahre mit Kapitaldienstfähigkeit
Selbsttest in zwei Minuten

Wie bankreif ist Ihr Businessplan?

Zehn Fragen, die ein Kreditentscheider sich beim Lesen Ihres Plans stellt. Antworten Sie ehrlich – niemand außer Ihnen sieht das Ergebnis.

Frage 1 von 10
01

Steht in Ihrem Finanzplan ein realistischer Unternehmerlohn – monatlich und ab dem ersten Monat?

Sechs Gründe, warum Banken absagen

Aus vielen begleiteten Finanzierungsgesprächen wissen wir: Es sind selten die Ideen, an denen es scheitert. Es sind fast immer dieselben handwerklichen Lücken im Plan.

Umsatz ohne Rechenweg

„Im ersten Jahr 180.000 Euro" – aber woraus? Ohne Kundenzahl, Preis und Häufigkeit ist jede Umsatzzahl eine Behauptung. Die Bank rechnet dann selbst nach, und zwar konservativ.

Der Unternehmerlohn fehlt

Der Plan sieht auf dem Papier rentabel aus, weil die Gründerin selbst nichts kostet. Für die Bank ist klar: Wer privat nicht über die Runden kommt, greift ins Betriebskonto – und der Kredit wackelt.

Zu wenig Eigenkapital, keine Sicherheiten

Wer nichts Eigenes riskiert, überzeugt selten. Fehlt Eigenkapital, muss der Plan zeigen, wie die Lücke geschlossen wird – etwa über eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank NRW oder eigenkapitalähnliche Förderbausteine.

Die Liquiditätslücke in Monat drei bis sechs

Investitionen sind geplant, die Anlaufphase nicht. Kunden zahlen später als gedacht, Umsatzsteuer und Kreditrate kommen pünktlich. Genau dort entstehen die Lücken, die Kreditentscheider zuerst suchen.

Vorlage ausgefüllt statt Plan gedacht

Textbausteine aus Gründerportalen oder KI-Tools erkennt jeder Kreditentscheider nach zwei Absätzen. Nicht die Vorlage ist das Problem – sondern dass die Zahlen dahinter nicht zur eigenen Situation passen.

Zu spät zur Bank, zu früh gestartet

Förderkredite von KfW und NRW.BANK müssen vor dem Start des Vorhabens beantragt werden – über die Hausbank. Wer erst bestellt, den Mietvertrag unterschreibt und dann fragt, hat den Förderanspruch meist verspielt.
Erfahrener Berater der Wirtschaftssenioren NRW geht mit einer Gründerin den Liquiditätsplan ihres Businessplans vor dem Bankgespräch durch
Vom Plan zur Zusage

Das Bankgespräch wird vorher gewonnen

Förderkredite von KfW und NRW.BANK werden nicht direkt beantragt, sondern über Ihre Hausbank. Das sogenannte Hausbankprinzip bedeutet: Der Berater vor Ort entscheidet, ob Ihr Antrag überhaupt weitergeleitet wird. Dieser eine Termin ist deshalb der Engpass des gesamten Verfahrens.
Wer dort mit einem Plan sitzt, den ein erfahrener Unternehmer vorher auf Rechenwege, Liquidität und Sicherheiten geprüft hat, erlebt ein anderes Gespräch: weniger Nachforderungen, kürzere Wege, bessere Konditionen. Viele unserer Beraterinnen und Berater haben solche Gespräche jahrzehntelang selbst geführt – als Unternehmer und als Entscheider.
  • Vor dem Termin: Plan fertigstellen, Vorprüfung, Kurzpräsentation üben
  • Im Termin: Person, Konzept und Kapitaldienstfähigkeit überzeugend darstellen
  • Nach dem Termin: Nachforderungen zügig bedienen, Förderantrag läuft über die Bank
Schaubild: Der Weg zum Gründungskredit in sechs Schritten – Plan fertigstellen, Vorprüfung durch Wirtschaftssenioren, Bankgespräch vorbereiten, Termin bei der Hausbank, Förderantrag über die Hausbank an KfW oder NRW.BANK, Entscheidung und Auszahlung

Lassen Sie Ihren Plan prüfen, bevor die Bank es tut

Die Wirtschaftssenioren NRW sind ehemalige Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte. Viele von uns haben selbst Kredite verhandelt, Businesspläne geschrieben und Finanzierungen begleitet – und wissen, welche Frage im Termin als Nächstes kommt. Diesen Blick geben wir Ihnen mit.
Wir ersetzen weder Steuerberater noch Bank. Wir sitzen davor: gehen Ihre Zahlen mit Ihnen durch, hinterfragen Annahmen und sagen ehrlich, ob der Plan aus unserer Sicht trägt. Sie brauchen dafür kein fertiges Konzept – eine Situation und Ihre Zahlen reichen.
Das Erstgespräch ist unser Geschenk für Ihre Gründung.

Häufige Fragen zum Businessplan für die Bank

Wie lang sollte ein Businessplan für die Bank sein?
Wie viel Eigenkapital erwartet die Bank bei einer Gründung?
Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und Rentabilitätsvorschau?
Kann ich eine Vorlage aus dem Internet oder ein KI-Tool nutzen?
Welche Förderkredite gibt es für Gründer in NRW?
Was mache ich, wenn die Bank absagt?
Was kostet die Begleitung durch die Wirtschaftssenioren NRW?